7. April 2026 · <a href="https://telige.biz/de/category/oem-odm-tips/" rel="category tag">OEM/ODM-Spitzen</a>

Wie man ein technisches Datenblatt für Dessous erstellt (auch ohne Designer)

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Gründung einer Unterwäschemarke

Ein Tech-Pack schließt die Lücke zwischen Ihren Vorstellungen und dem fertigen Produkt. Ohne ein solches Dokument müssen Hersteller Details erraten, die Passform, Qualität und Kosten direkt beeinflussen. Mit einem übersichtlichen Tech-Pack erhalten Sie präzisere Angebote, schnellere Mustererstellung und weniger Korrekturschleifen. Dieser Leitfaden erklärt, was in ein Tech-Pack für Dessous gehört und wie Sie es auch ohne professionelle Designkenntnisse erstellen können.

Was ist ein Tech-Paket?

Ein Tech-Pack (technisches Datenblatt) ist ein strukturiertes Dokument, das alle Spezifikationen eines Kleidungsstücks an den Hersteller übermittelt. Es ist die zentrale Informationsquelle für Ihr Produkt – die Referenz, die die Fabrik zur Herstellung von Mustern und später von Serienbestellungen verwendet. Ein vollständiges Tech-Pack macht langwierige E-Mails über grundlegende Spezifikationen überflüssig und reduziert das Risiko kostspieliger Missverständnisse in der Produktion.

Gerade bei Dessous sind technische Spezifikationen wichtiger als in vielen anderen Bekleidungskategorien. BHs und formgebende Unterwäsche unterliegen engen Fertigungstoleranzen. Bereits eine Abweichung von 5 mm bei der Bügellänge, der Unterbrustweite oder der Position der Cup-Naht führt zu einem deutlich veränderten Produkt. Diese Details lassen sich nicht durch ein Moodboard oder ein Foto vermitteln – sie erfordern präzise schriftliche Spezifikationen.

Die sechs Kernabschnitte eines Dessous-Tech-Packs

1. Entwurfsskizze oder technische Zeichnung

Eine technische Zeichnung ist eine Vorder- und Rückansicht Ihres Kleidungsstücks – sauber, proportional und ohne Model. Sie muss nicht professionell angefertigt sein. Eine klare Skizze, erstellt in Canva oder Adobe Illustrator, oder sogar eine handgezeichnete und fotografierte Skizze genügt, solange sie Silhouette, Nahtlinien, Trägerposition und Verschluss genau wiedergibt.

Beschriften Sie alle Elemente der Skizze: Träger, Bügelkanal, Cups, Unterbrustband, vorderes Mittelteil, Hakenverschluss und alle Verzierungen. Falls Sie ein ähnliches Kleidungsstück besitzen, fotografieren Sie es von vorne, hinten und von der Seite und fügen Sie die Fotos Ihrer Skizze bei.

2. Maße und Größenangaben

Dies ist der technisch anspruchsvollste Abschnitt. Geben Sie die Maße für Ihre Mustergröße an (typischerweise 75B oder 80B für BHs, Medium für Slips) und beschreiben Sie, wie die Maße genommen werden sollen. Wichtige Maße für einen BH sind:

  • Bandbreitenlänge: Ungedehnt und vollständig gedehnt
  • Becherhöhe: Vom Drahtkanal bis zum oberen Rand des Bechers
  • Körbchenbreite: Über die breiteste Stelle des Bechers
  • Länge und Breite des Riemens: Einschließlich des Einstellbereichs
  • Bügellänge und -projektion: Breite des Bügels und Tiefe des Cups am Bügel
  • Höhe vorne mittig: Höhe des Mittelstegs (mittleres Feld zwischen den Tassen)
  • Höhe des Rückenteils: Innenverteidiger

Wenn Sie eine Größenreihe erstellen, fügen Sie eine Gradierungstabelle bei, die zeigt, wie sich die einzelnen Maße pro Größenstufe verändern. Falls Sie sich bezüglich der Gradierung unsicher sind, fragen Sie den Hersteller – die meisten erfahrenen Hersteller können Ihnen anhand Ihrer Stichprobenmessungen eine Gradierungsspezifikation vorschlagen.

3. Stoff- und Materialspezifikationen

Geben Sie für jedes Bauteil des Kleidungsstücks den jeweiligen Stoff an. Geben Sie für jeden Stoff Folgendes an:

  • Ballaststoffgehalt: z. B. 90% Nylon / 10% Elasthan
  • Gewicht: In Gramm pro Quadratmeter (GSM), falls bekannt
  • Beenden: Matt, glänzend, gebürstet, Netzstruktur usw.
  • Dehnungsrichtung: Zwei- oder Vierwegestrecke
  • Farbreferenz: Pantone-Code bevorzugt; physische Farbmuster sind noch besser.

Bitte geben Sie außerdem alle Details an: Bügelart und -stärke, Haken- und Ösengröße und Reihenanzahl, Breite und Dehnbarkeit des Gummibandes, Dicke und Form der Polsterung, Spitzenbreite sowie alle Zierelemente. Falls Sie ein physisches Referenzmaterial für ein Material haben – beispielsweise ein Spitzenmuster, das Sie nachbilden möchten, oder einen Bügel aus einem Kleidungsstück, das Sie als Vorlage verwenden – senden Sie dieses bitte zusammen mit Ihrem technischen Datenblatt.

4. Konstruktionshinweise

Die Konstruktionshinweise beschreiben die Fertigung des Kleidungsstücks. Sie müssen nicht jeden technischen Nähbegriff kennen, aber Sie sollten alles angeben, was von der Standardkonstruktion abweicht oder für Aussehen und Tragekomfort Ihres Produkts wichtig ist. Gängige Konstruktionshinweise für Dessous sind beispielsweise:

  • Nahtart für Cup-Nähte (Overlock, Flachnaht oder mit Spitze bedeckt)
  • Ob die Bügelummantelung sichtbar oder verdeckt sein sollte
  • Befestigungsmethode des Riemens (genäht, verstellbar oder umwandelbar)
  • Polsterung: vorgeformter Cup, Schaumstoffeinlage oder nur leicht gefüttert
  • Verschluss: Haken- und Ösenreihe, vorderer Verschluss oder zum Überziehen
  • Verarbeitung der Schnittkanten: umgeschlagen und genäht, eingefasst oder unversäubert mit nicht ausfransendem Gummiband.

5. Anforderungen an Kennzeichnung und Verpackung

Geben Sie jedes Etikett an, das in und auf das Kleidungsstück kommt:

  • Markenlabel: Platzierung (Mitte im Nacken, Seitennaht usw.), Größe und Befestigungsmethode
  • Größenangabe: Position und Format
  • Pflegeetikett: Erforderliche Waschanweisungen für Ihren Zielmarkt (EU und USA haben unterschiedliche Anforderungen).
  • Anhänger: Befestigungspunkt und Art des Fangseils
  • Polybeutel: Größe, Selbstklebeverschluss oder Headerkarte, Barcode-Anforderung

Falls Sie noch keine Druckvorlage für Ihre Etiketten haben, vermerken Sie dies bitte im technischen Datenblatt und bestätigen Sie, wann die Vorlage geliefert wird. Die Produktionsstätten benötigen die Etikettenvorlage vor Produktionsbeginn – gehen Sie nicht davon aus, dass sie bis zur letzten Minute warten.

6. Qualitätsstandards und Prüfpunkte

Definieren Sie, was akzeptable Qualität bedeutet. Dieser Abschnitt kann bei einer ersten Bestellung kurz sein, gewinnt aber mit steigendem Bestellvolumen an Bedeutung. Zu den Mindestanforderungen an die Qualität gehören:

  • Zulässiger Farbabweichungsbereich (z. B. innerhalb von 1,0 Delta E der Pantone-Referenz)
  • Erwartungen an die Nahtfestigkeit an stark beanspruchten Stellen (Träger, Bügelkanal)
  • Symmetrietoleranz für Cup-Nähte und Bügelplatzierung
  • Verarbeitungsstandard: keine losen Fäden, keine Fehlstiche, kein Pilling an den Schnittkanten

Was Sie bei einem ersten Technikpaket weglassen können

Neue Markeninhaber zögern oft mit der Erstellung eines technischen Datenblatts, weil sie glauben, alles wissen zu müssen, bevor sie etwas zu Papier bringen. In der Praxis muss ein erstes technisches Datenblatt nicht perfekt sein – es muss lediglich so übersichtlich sein, dass ein Muster erstellt werden kann, auf das man reagieren kann.

Sie können diesen Schritt überspringen oder vereinfachen:

  • Formale Bewertungstabellen — Geben Sie nur die Stichprobengröße an und bitten Sie den Hersteller, einen Sortiervorschlag zu unterbreiten.
  • Präzise GSM-Angabe für Stoffe — Beschreiben Sie das Handgefühl und senden Sie stattdessen ein Referenzmuster.
  • Detaillierte Konstruktionspläne — eine klare Skizze plus ein Referenzkleidungsstück deckt die meisten Fälle ab
  • Endgültige Verpackungsspezifikationen — dies kann nach Genehmigung der Probe bestätigt werden.

Werkzeuge zum Erstellen eines Tech-Packs ohne Designsoftware

Sie benötigen weder Adobe Illustrator noch branchenspezifische PLM-Software, um ein brauchbares Tech-Pack zu erstellen. Praktische Alternativen:

  • Google Slides oder PowerPoint: Eignet sich gut zum Organisieren von Abschnitten, Einfügen von Skizzen und Fotos sowie zum Teilen mit Fabriken als PDF.
  • Canva: Für übersichtliche Layouts geeignet, wenn Sie mit dem Werkzeug vertraut sind.
  • Excel- oder Google-Tabellenblätter: Ideal für Messtabellen und Größenklassifizierung; am besten in Kombination mit einem separaten Skizzendokument verwenden.
  • Ein physisches Referenzkleidungsstück: Oft hilfreicher als jedes Dokument: Senden Sie ein Kleidungsstück, das der gewünschten Konstruktion oder Passform entspricht, und vermerken Sie die Abweichungen schriftlich.

So funktioniert TELIGE mit Ihrem Tech-Paket

Wenn Sie uns ein technisches Datenblatt zusenden, prüft unser Musterteam dieses auf Vollständigkeit, bevor wir die Lieferzeit für ein Muster bestätigen. Sollten Spezifikationen fehlen oder unklar sein, klären wir dies gezielt mit Nachfragen, anstatt Vermutungen anzustellen. Käufern ohne technisches Datenblatt stellen wir eine Spezifikationsvorlage zur Verfügung und können anhand eines Referenzkleidungsstücks und schriftlicher Notizen ein erstes Muster entwickeln.

Ziel der Überprüfung des technischen Datenblatts ist es, sicherzustellen, dass das erste Muster Ihren Vorstellungen so nahe kommt, dass sich die Überarbeitungen auf Feinabstimmungen beschränken und nicht auf die Korrektur grundlegender Missverständnisse. Dieser Ansatz spart beiden Seiten Zeit und Kosten für die Mustererstellung.

Fazit

Für ein gutes Tech-Pack für Dessous braucht man kein Designstudium. Es benötigt lediglich eine klare Skizze, präzise Maße für Ihre Mustergröße, vollständige Materialspezifikationen und genügend Konstruktionsdetails, um Unklarheiten zu beseitigen. Beginnen Sie mit diesen vier Elementen und optimieren Sie das Pack schrittweise. Das beste Tech-Pack ist das, das Sie jetzt erstellen können – nicht das perfekte, das Sie nie fertigstellen.

Wenn Sie bereit sind, mit der Bemusterung zu beginnen und Ihre Spezifikationen besprechen möchten, Kontaktieren Sie TELIGE. Wir können Ihr technisches Datenblatt oder Ihr Briefing prüfen und Sie darüber beraten, welche zusätzlichen Informationen vor der Produktion benötigt werden.

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